Unsere Geschichte

Chronik

1903

Gegründet wurde der SPD Ortsverein in Peißenberg im Jahr 1903 durch die Peißenberger Johann Hirsch, Josef Boos, Anton Boos, und Matthias Böck. Schon 1899 war Johann Hirsch der Initiator des Vereins zur Wahrung bergmännischer Interessen (später IG Bergbau). Der umtriebiger Peißenberger Bürger war ebenso der Gründervater des Arbeitergesangvereins, des Konsumvereins und der Freien Turnerschaft.

1911

Die Peißenberger Gemeindechronik belegt, dass Johann Hirsch im Jahr 1911 zum Bürgermeister gewählt wurde, jedoch das Amt nicht antreten durfte. Das Königliche Bezirksamt Weilheim als staatliche Aufsichtsbehörde erteilte eine "Versagung der Bestätigung". Er wurde als "Urheber der sozialdemokratischen Organisation", so der Brief an die Gemeindeverwaltung Unter Peißenberg vom 25. Dezember 1911, bezeichnet. Eine Beschwerde wurde im Februar 1912 abgelehnt. Eine Nachwahl mußte durchgeführt werden.

Aus dem Protokollbuch des Gemeinderats ist ersichtlich, dass dem Gremium ab 1912 als Mitglieder der SPD Josef Boos, Xaver Betzenhofer und Matthias Müller angehörten.

1921

Nach dem 1. Weltkrieg belegen Protokolle, dass 1921 die Sozialdemokraten Josef Boos, Xaver Betzenhofer, Ludwig Zerhoch, Matthias Böck und Ludwig Prinzing im Gemeinderat vertreten waren.

1932

Der Sozialdemokrat Dr. Wilhelm Hoegner hatte am 21. Juli 1932 auf einer Kundgebung vor den Nationalsozialisten gewarnt.

1933

In der Gemeindratssitzung am 13. Mai 1933 stellten die SPD - Mitglieder Boos, Hoppe, Kern, Kotz, Müller, Sattler und Zerhoch ihre Ratsmandate zur Verfügung, da sie nicht gewillt waren, mit den Nationalsozialisten zusammenzuarbeiten. In der gleichen Sitzung wurde Hitler zum Ehrenbürger Peißenbergs ernannt.

Im Juli 1933 werden in Peißenberg sieben Mitglieder des SPD Ortsvereins von den Nazis in Schutzhaft genommen und ins Konzentrationslager nach Dachau gebracht, wo sie die Qualen des Nazi-Terrors erleben mussten. Nach sieben Wochen werden sie wieder entlassen, nachdem ihre Frauen wiederholt in Weilheim beim Kreisleiter um die Freilassung ihrer Männer gebeten hatten. Dort mussten sie sich fürchterliche Beschimpungen anhören, ihre Männer wären "Rote Schweinehunde" und anderes mehr.

Die sieben im KZ Dachau inhaftierten Peißenberger SPD - Mitglieder waren: Anton Boos, Josef Boos, Josef Katzberger, Josef Hoppe, August Kotz, Xaver Pongratz und Ludwig Spanner.

1945

Am 10. November 1945, bereits kurz nach dem Ende des 2. Weltkriegs hat sich der Ortsverein der SPD in Peißenberg erneut konstituiert: Xaver Bauer, Georg Böck, Josef Boos, Hans Fischer, Michael Fischer, Xaver Ponkratz, Ferdinand Sepp, Anton Steininger und Josef Zerhoch waren dabei federführend.

1946

In den schwierigen Jahren nach dem 2. Weltkrieg übernimmt der SPD - Bürgermeister Josef Zerhoch (1946 - 1955) die Verantwortung für die Gemeinde. Im Ortsteil Wörth wird die neue Volksschule gebaut, die Wasserversorgung der Gemeinde wird großzügig erweitert u.a.m..

Zwei Generationen SPD - Bürgermeister

Hans Leibold 1959 - 1972

Matthias Führler 1972 - 1990

Sie prägten die Entwicklung Peißenbergs auch in schwierigen Zeiten. Die Schließung des BHS Kohlenbergwerks ist in der Geschichte Peißenbergs im 20. Jahrhundert der tiefste Einschnitt, den es zu bewältigen galt. Hans Leibold hatte alle Chancen genutzt, zu äußerst günstigen Konditionen Industrie- und Gewerbegrundstücke auf Vorrat anzukaufen, obwohl die Regierung von Oberbayern und Vertreter der Ministerien davor warnten.

1971

Im Jahr 1971 wurde die Kohlenförderung eingestellt. Gleich zu Beginn seiner Amtszeit war Matthias Führler verantwortlich für die Umstrukturierung des Wirtschaftsraumes Peißenberg. Es wurde dabei nicht nur die Industrieansiedlung der großen Firmen AGFA-Gaevert, Siemens, MTU und Cometall (später BHS Stahlbau) erreicht, sondern es mußte auch viel Energie, Geld und Einsatz in den Ausbau und die Ergänzung der Infrastruktur investiert werden. Dazu gehörten: Straßenbau, Wasserversorgung mit neuem Hochbehälter, Wohnungsbau, Schulausbau und die Abwasserbeseitigung mit neuer Kläranlage. Da letztere aufgrund der Bergsenkung im Bereich des südlichen Ortsteils notwendig wurde, kam es - finanziell betrachtet - zum Bergschaden-Vergleich, einer finanziellen Unterstützung der Gemeinde.

1976/1977

Peißenberg errichtet in der Trägerschaft des Landkreises Weilheim-Schongau die eigenständige Realschule.

1982

Der Freizeit- und Bäderpark Rigi-Rutschn wird fertig gestellt, ebenso sind Sportanlagen, das Eisstadion und Turnhallen Zeugnisse erfolgreicher SPD Kommunalpolitik. Das Tiefstollengelände wurde erworben und das Bergbau-Museum errichtet. Alles in allem konnte der Wohn- und Freizeitwert Peißenbergs entscheidend verbessert werden.

Unter Bürgermeister Matthias Führler

Peißenberger Bürger kämpfen gemeinsam mit der SPD Marktgemeinderatsfraktion und der SPD Marktgemeinderätin Leni Kössl gegen die Müllverbrennungsanlage. Matthias Führler holt den Modellversuch "Grüne Tonne" nach Peißenberg. Die SPD Peißenberg und Peißenberger Bürger stellen sich Ende der 80iger Jahre vehement und erfolgreich gegen die geplanten Patriot-Raketen in Geiselreid.

Bereits vor 1972 war Matthias Führler Zweiter Bürgermeister. Hans Hänel rückte auf dieses Amt nach von 1972 - 1984 Danach folgte ihm Leni Kössl von 1984 - 1990

Nach Matthias Führler übernahm Hermann Schnitzer den Bürgermeisterstab, den er drei Legislaturperioden innehielt.

2008 - heute

In einer spannenden Stichwahl 2008 setzte sich Manuela Vanni, die Kandidatin der Peißenberger SPD aus Hohenfurch, gegen Herbert Kratschmer, den CSU Kandidaten um das Bürgermeisteramt, durch. Im Jahr 2011 kam es zum Bruch zwischen der SPD Peißenberg und ihrer SPD Bürgermeisterin, Vanni trat aus der SPD aus. Fortan regiert sie als Parteifreie. Nach dem persönlich bedingten Rücktritt des Zweiten Bürgermeisters Thomas Altendorfer 2012 wurde Hans Streicher vom Marktgemeinderat zum Zweiten Bürgermeister gewählt.